gut eingelebt.

 

 

Das Leben in Waldeck-Frankenberg ist gut. Das wissen nicht nur Einheimische oder Gäste, die hier ihren Urlaub verbringen. HomeComer wie Zuzügler haben hier ihr Glück gefunden. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit.

Meik

Sachsenberg

"Ich war zwar fünf Jahre weg, aber mit dem Herzen immer zu Hause."

Wenn ich an meine Kindheit bzw. Jugend zurückdenke, fallen mir viele Erinnerungen ein, die ich ganz automatisch mit meiner Heimat verbinde. Egal ob es das Hüttenbauen in den nahegelegenen Hecken, das Fußballspielen auf der Wiese oder das Engagement bei der Feuerwehr oder der Burschenschaft war. Vor allem gemeinsam Verantwortung zu übernehmen verstärkt die Verbundenheit zum Ort und den Menschen. So findet man seinen Platz in der Gemeinschaft des Ortes. Das Gefühl an jeder Haustür willkommen zu sein oder als der wahrgenommen zu werden der man ist und nicht nach Job oder Auto beurteilt zu werden, machten Sachsenberg zu meinem zu Hause. Für die Erkenntnis, dass ich diesen ganz eigenen Bezug zwischen Erlebnissen und der Natur nur in Sachsenberg und nirgendwo sonst empfinde, musste ich jedoch erst einmal die Heimat verlassen. Geplant waren 10 Monate in London, um etwas Anderes zu machen. Geblieben bin ich einige Jahre. Unerwartet haben sich jobtechnisch gute Gelegenheiten ergeben, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Meine sozialen Kontakte in der Heimat sind während meiner Abwesenheit nie abgerissen. Die Sachsenberger sind einmal mit einem Bus nach London und zwei Jahre später mit einem Bus nach München gekommen. In dem Jahr dazwischen bin ich zur „Paris-Tour“ dazugekommen. Da gab es also nie wirklich ein „weg sein“. Diese festen sozialen Bindungen, gewachsene Freundschaften und Erlebnisse die man über Jahre / Jahrzehnte hinweg geteilt hat, würde ich als Vorteil von Rückkehrern gegenüber Neuankömmlingen sehen. Genau das hat in London und München gefehlt. Die relativ große Fluktuation hat es enorm schwer gemacht feste Bindungen aufzubauen. Von den Leuten die mit mir in London begonnen haben ist praktisch keiner dortgeblieben.

Nach meiner Rückkehr hatte ich zunächst temporär ein Job in Gießen. Gleichzeitig hatte ich mich bei meinem alten Arbeitgeber initiativ beworben und dort bin ich dann nach einem halben Jahr erneut angestellt worden. Zusätzlich ergab sich relativ schnell und fast zufällig, die Möglichkeit ein Haus in meiner alten Heimat zu kaufen. Aufgrund des guten Zustandes mussten wir nur renovieren und haben uns ein neues Bad gegönnt. So startete ich mit meiner Frau, die ich während eines Heimatbesuches kennenlernte, und eigener Familie den Neuanfang in Sachsenberg.

Heute bevölkern außer meiner Frau und mir vier Kinder das Haus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in einer Stadt ohne Familie, besonders ohne Großeltern, je so gekommen wäre. Alleine schon aus wirtschaftlichen Aspekten. Ich glaube, dass ich den Lebensstandard und die Lebensqualität, ganz besonders hinsichtlich des Wohnens, den ich mir hier leisten kann, in einer Stadt wie München nie hätte leisten können (und all das OHNE Fluglärm, Feinstaub, Stau auf dem Weg zur Arbeit, entsprechenden Kriminalitätsraten etc.). Somit gäbe es in dem Fall vermutlich auch keine vier Kinder. Die Mittel die ich anderswo in Haus oder Wohnung investieren müsste, kann ich hier in ein oder zwei Kinder investieren und das macht wirklich Sinn!

Hier auf dem Land können meine Kinder nun ein ebenso unbeschwertes und mit tollen Erlebnissen gefülltes Leben führen, so wie ich es tat. Unser Ort bietet ein Leben, dass sich manch ein Großstädter nur wünschen kann. Diese Art zu leben ist, anders als vieles in der heutigen Zeit, nicht käuflich. Diese Art zu leben macht uns als Gemeinschaft zu etwas Besonderem. Wir müssen es lediglich so sehen und verstehen. Als Tipp für jeden der neu in unseren Ort kommt, um hier Fuß zu fassen, möchte ich folgendes mitgeben. Es ist vermutlich genauso abgedroschen wie einfach und plausibel: Engagiert euch! Egal ob in Vereinen, Schulen oder dem Kindergarten. Geht auf die Leute zu. Wer offen ist für die Menschen, für den sind die Menschen auch offen. In einer Zeit in der es immer schwieriger ist ehrenamtliches Engagement zu entwickeln, ist es immer einfacher sich auf dem Weg zu integrieren.

Mit meiner Familie zog ich 2006 in den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Davor lebten wir in Oberursel bei Frankfurt. Wir suchten damals über 7 Jahre mehr oder weniger intensiv nach einem Bauernhof auf dem wir mit unseren Tieren zusammen leben können. Zudem hatte ich die Vorstellung Urlaubsgäste naturnah zu beherbergen und ihnen einen artgerechten und liebevollen Kontakt zur uns umgebenden Natur- und Tierwelt zu ermöglichen. Meine Basis war die Ausbildung zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin und staatlich geprüften Bürokauffrau. Aufgrund einer Anzeige in einem Immobilienportal sind wir zur Besichtigung in die bis dahin unbekannte Region gereist. Ich hatte mich sofort in das Objekt verliebt. Wir entschieden uns von Beginn an, die aufwendige Sanierung des Wohnhauses in Eigenleistung zu vollziehen. Nur für die Sanitärarbeiten und beim Aufbringen der vielen Tonnen Lehm holten wir uns Unterstützung von Fachfirmen. Zuvor hielten wir noch nie eine Maurerkelle in der Hand. Wir ließen uns das Verputzen mit Lehm in einem Seminar beibringen und konnten so tatkräftig mitarbeiten. Nach Abschluss der Bautätigkeit ging es an die detaillierte Konzepterstellung für den Ferienhofbetrieb. Wir  erhielten fachkompetente Unterstützung von dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Die Beratung war sehr wertvoll und hilfreich. Zudem hatte ich die Möglichkeit mich in der Region Weiterzubilden und absolvierte parallel zum Ferienhofaufbau, meinen Abschluss zur Betriebswirtschafterin mit Schwerpunkt Unternehmensführung an den Beruflichen Schulen in Korbach. Ich war sehr dankbar über dieses Angebot und profitierte im Weiteren von dem Gelernten.

Julia

Mengeringhausen

"Wir sind von allem umgeben, was uns wichtig ist!"

Wir können hier gut leben, weil wir von allem umgeben sind, was uns wichtig ist. Vor allem der schönen Natur, der sicherlich in Zukunft ein noch höheres Augenmerk zu Teil wird, den Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr, die fußläufig erreichbaren Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten, die medizinische Versorgung, der Zusammenhalt des Ortes und die von Anfang an erkennbare Akzeptanz für uns und unsere Projekte. Ebenso schätzen wir den hohen Rückhalt vom Touristikservice Bad Arolsen.

Ich bin zufrieden und möchte sagen, dass es mir an nichts mangelt. Ich nehme die Dinge so an wie sie kommen. Ich habe es doch meist selbst in der Hand in welche Richtung es geht. Also liegt es an mir die Dinge so zu verändern, dass sie sich richtig anfühlen. Es ist meiner Meinung nach ein Prozess!!

Über die vielen Jahr die wir hier leben, habe ich mit Hilfe meines Mannes einiges erreicht. Trotz seiner voll-beruflichen Tätigkeit als Aufzugsmonteur unterstützte er mich bei der Verwirklichung aller großen Projekte tatkräftig und stand immer an meiner Seite. Nach dem Aufbau des Ferienhofes und mehrerer kleiner Projekte, kam ich nach einem zufälligen Besuch einer Salzgrotte in Norddeutschland auf die Idee, so etwas auch realisieren zu wollen. 9 Monate nach diesem Besuch war unsere Salzgrotte für Gäste aus der Umgebung und unsere Feriengäste nutzbar. Die beiden Betriebe und der Beruf meines Mannes sichern unser Einkommen.

Kontakte zu meinen Mitmenschen knüpfe ich durch meine Tätigkeit. Es entstehen durch die Betreuung der Feriengäste als auch der Kunden unserer Salzgrotte sehr nette und angenehme Beziehungen. Die sich mitunter über die Jahre verstärken. Selbstverständlich pflege ich auch einen regelmäßigen Austausch mit dem Touristikservice Bad Arolsen.